Gemeinde & Bürger Gästeinfo Brauchtum

Stadt Lambrecht(Pfalz)

Stadt der Geißbockspiele

Sommertag

Sommertag

Der alte Brauch des Sommertages gründet auf Geschehnisse im Jahre 1775. Damals entfachte ein Streit zwischen den benachbarten Dörfern St. Lambrecht und Grevenhausen wegen der Nutzung der Trockenwiesen und den damals aufgerichteten Barrikaden, was seinen späteren Niederschlag im symbolischen Stammdurchhauen hat. Zum Glück ist rechtzeitig eine Urkunde aufgetaucht, die die Nutzung der Trockenwiesen belegte und damit war eine wohl heftige Auseinandersetzung gerade noch beigelegt worden.

Dieser Hintergrund macht den Lambrechter Sommertag zu einem der ältesten und originellsten Festen seiner Art in der ganzen Region.

Ausgerichtet wird der Lambrechter Sommertag von der Stadt Lambrecht und dem Verkehrsverein

Der alten Tradition folgend heißt es dann am Sonntag Lätare, 3 Wochen vor Ostern „Ri, ra, ro, de Summerdach is do“ im Hof der Lambrechter Grundschule.

Hier versammeln sich, unter Anteilnahme vieler Besucher, Schüler der Grundschule und Kinder der Kindertagesstätten, singen Frühlingslieder, tanzen und präsentieren ihre Sommertagsstecken in einer beachtlichen Steckenparade.

Im Kampf zwischen Sommer und Winter stehen sich anschließend zwei Wettstreiter auf der Ringermatte gegenüber. Einen Efeukranz wird dem Sieger umgehängt, der Verlierer muss sich mit einem Strohkranz als „Winter“ begnügen.

Danach begibt sich der Festzug, angeführt von den Korbträgern sowie dem Brezelträgern und der Stadtspitze zum Friedrich-Ebert-Platz. Hier wird das traditionelle Stammdurchhauen ausgetragen. Tief graben sich dabei die scharfen Äxte mit wuchtigen Hieben in den dicken Baumstamm. Die beiden Akteure liefern sich einen kräftezehrenden Zweikampf, begleitet von lautstarken Anfeuerungsrufe. Der Sieger wird belohnt mit einem Efeukranz.

Zurück im Schulhof wird der Winter in Form eines Strohballens verbrannt – „Ri, ra, ro, de Summerdach is do“ .

 

von Harald König
Fotos: Sommertag 2017